Bis 1970
 
Der Verein wurde in 1954 wieder neu ins Leben gerufen und beim Hessischen Schützenverband angemeldet.
Außer den alten ehemaligen Mitgliedern kamen neue Mitglieder hinzu.
Erste Teilnahme an der Landesmeisterschaft im Kleinkaliber 1956
Das Vereinslokal und der Schießbetrieb fand im Gasthaus Ebeling statt. Im linken Seitensaal wurde geschossen. Die Deckung bestand aus Brettern mit Kugelfang,
jeder Schuss wurde einzeln angezeigt. In 1958/59 wurde im Keller ein Luftgewehrstand aufgebaut. Die Schießanlage bestand aus vier Ständen mit je einer Handzuganlage.
Außer der Teilnahme an den Kreismeisterschaften sowie am Kreiskettenschießen fand der Schießbetrieb sonst nur auf Vereinsebene statt, wie z. B.
Vereinsmeisterschaften und Königsschießen.
Ab 1957 begann der stetige Aufbau des Vereins. Durch den damaligen Schriftführer Erich Feldpausch wurden die ersten Akten und Bücher geführt.
1. Vorsitzender seit Neugründung war Franz Breitenstein.
Im Jahr 1958 holte die A- u. B- Mannschaft die Kreiskette im Königsschießen, die von der B- Mannschaft in 1959 und 1960 nochmals errungen wurde und heute noch im Besitz des Vereins ist. Nachdem Stadtallendorf in 1959 Garnisonsstadt wurde und einige Soldaten dem Verein beigetreten waren, wollte man auch gemeinsam KK schießen. Es wurde damals Verbindung mit dem PzBtl 63 (heute 143) aufgenommen und dem damaligen Kommandeur OTL Bochnig die Bitte vorgetragen (Rücksprache beim Kommandeur durch Robert Feldpausch, Theo Huhn, Heinrich Martin und Erich Feldpausch). Es wurde genehmigt, Sonntags vormittags den KK- Stand in der Hessen- Kaserne zu benutzen. Hiervon wurde reger Gebrauch gemacht.
1960 beging der Verein sein 60- jähriges Stiftungsfest, verbunden mit dem Kreisschützenfest. Festplatz war das Gelände beim heutigen Rathaus.
Termin waren der 9. und 10. Juli 1960.
Das Fest fand Samstag und Sonntag statt, mit Karussell, Festwirtschaft usw. Die Festhalle diente als Tanzlokal. Am Sonntag fand ein Festzug durch die Altstadt zum Festplatz statt mit Volksbelustigung und Schießen für jeden. Es wurde zur Auflage gemacht, einen Kugelfang ziemlich hoch und mit starken Bohlen zu bauen, der polizeilich abgenommen werden musste. Die Firma Winter stiftete ein neues KK- Gewehr als Geburtstagsgeschenk nach Vorsprache von Erich Feldpausch.
Der Verein beteiligte sich an allen Schießen, die vom Kreis angeordnet waren und gewann viele vordere Plätze.
Bis dahin wechselte der 1. Vorsitzende fast jährlich.
Die Vereinsgeschäfte wurden durch den Schriftführer Erich Feldpausch wahrgenommen.
Bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 1960 übernahm Erich Feldpausch als 1. Vorsitzender den Verein und stellte gleich den Antrag auf Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht. Vorher hatte der 1. Vorsitzende eine Satzung ausgearbeitet, diese wurde bei einer außerordentlichen Hauptversammlung, mit einigen kleinen Änderungen, angenommen.
Der Verein führte dann ab dem 8. Juni 1961 den Namen Schützenverein Horrido e. V. Stadt Allendorf.
Ab 1962 gehörte der Verein dem Deutschen Sportbund an.
Seit Angehörigkeit zum Deutschen Sportbund 1962 wird ein Mitgliedsausweis geführt
Rücksprache mit der Bundeswehr (PzBtl 63) wegen Pokalschießen mit KK an der Hessen- Kaserne.
Dieses Pokalschießen zwischen Schützenverein und PzBtl 63 fand am 25.8.1962 erstmalig statt. Den Pokal stiftete Franz Breitenstein. Er wurde erstmals vom SV gewonnen. Anschließend war man in feuchtfröhlicher Runde bei den Soldaten zu Gast.
In 1963 wurde vom 1. Vorsitzenden mit den Kommandeuren der PzBtl 63 und 64 ausgehandelt, dass außer KK- Schießen auch ein Pokal in Großkaliber (G3)
ausgeschossen wurde, an zwei verschiedenen Terminen. Jede Mannschaft stellte 15 Schützen. Den Pokal stiftete der SV und wurde natürlich von den Soldaten gewonnen.
Nach dem Pokalschießen wurde von jeder Mannschaft (gemischt) eine Ehrenscheibe mit G3 ausgeschossen. Einige Ehrenscheiben wurden durch Vereinsmitglieder gewonnen. Anschließend fand man sich in froher Runde zusammen.
Diese Schießen wurden von der BW mustergültig organisiert. Der Schirmherr, der jeweilige Kommandeur, war immer zugegen und begrüßte den SV, man kann sagen, kameradschaftlich.
Bei diesen Schießen wurde der Wünsch geäußert, im nächsten Jahr das Pistolenschießen zusätzlich mit aufzunehmen.
So wurde ab 1964 mit drei Waffenarten das Pokalschießen durchgeführt.
Am 27.8.1966 wurde auch ein Pokalschießen mit G3 zwischen dem SV und den Reservisten der BW durchgeführt. Nach dem Schießen waren wir Gäste bei den Soldaten und wurden zum Essen in die Kaserne eingeladen. Man traf sich noch viele Jahre beim jährlichen Pokalschießen mit den Soldaten.
Der Wunsch des Vereins war es, einen eigenen KK- Stand zu bauen. Es wurden viele Plätze in Augenschein genommen, bis ein geeigneter Platz gefunden wurde.
Dieses war der Platz, wo sich der heutige Stand befindet. Es wurden Verhandlungen mit der Stadt geführt, wegen der Überlassung der Hohle zum Schießstand,
was auch genehmigt wurde. Der Verein stellte den Antrag an die Stadt, das alte Umkleidehaus (Holzhaus) vom alten Schwimmbad, dem Verein zu überlassen.
Dem Antrag wurde stattgegeben. Kostenlos konnte der Abbruch durch den Verein erfolgen. Zwischendurch wurde der alte Hohlweg gesäubert und durch eine Planierraupe wurden Erdbewegungen durchgeführt.
Die Pfosten der Umzäunung wurden von den Gleisanlagen zum ehemaligen Einsatzflugplatz Kirtorf (1939 – 45) abgebaut und mit dem Wagen durch das Mitglied August Görge abgefahren.
Die Grundsteinlegung für den neuen KK- Stand war am 4.7.1963. Viele Mitglieder beteiligten sich am Aufbau und Herrichten des Geländes.
Der Schießbetrieb ging in vollem Umfang weiter und die Allendorfer Mannschaften gehörten zu den Spitzenmannschaften innerhalb des Kreises. In 1963/64 wurde knapp der Aufstieg zur Gauklasse verpasst. Der Wettkampf fand in Herborn statt.
Im Sommer 1964 war es endlich soweit, dass der KK- Stand polizeilich abgenommen werden konnte. Die Einweihung fand am Samstag, den 3. Juli 1964 unter der Schirmherrschaft des damaligen Bürgermeisters, Herrn Lang, statt. Es waren viele geladene Gäste zugegen, wie Stadträte, Bundeswehr usw. Geschossen werden konnte aus vier Ständen mit Handzuganlagen und Automat der Firma Johannsen. Dieser neue KK- Stand war räumlich gut eingerichtet mit Aufenthaltsraum, Geräte- und Getränkeraum sowie dem eigentlichen Stand. Am 5.7.1964 fand ein öffentliches Preisschießen statt. Kreisschützenmeister Fuchs verlieh an diesem Tag die von Erich Feldpausch angeforderten Ehrennadeln in Gold an Robert Feldpausch, in Silber an Heinrich Martin und Karl Drumak. An den Vorsitzenden Erich Feldpausch verlieh der Kreisschützenmeister Fuchs die Ehrennadel in Gold.
In 1964 wurde der Schützenkönig erstmalig mit dem KK- Gewehr ausgeschossen. Es wurden ab jetzt viele gemütliche Feste gefeiert, sogar mit Bratwurststand.
Im Sommer wurde ein Stromerzeuger aufgestellt und mit elektrischem Licht wurde so manche Leider- Kirmes mit vielen Allendorfer Gästen gefeiert.
Um Geld in die Vereinskasse zu bekommen, wurden viele öffentliche Tanzabende entweder im Vereinslokal Ebeling oder in der Festhalle durchgeführt.
Ab 1960 wurde durch die Vereinsmitglieder jährlich an dem Himmelfahrtstag (Vatertag) ein zünftiger Wandertag durchgeführt.
Bei einem privaten gemütlichen Beisammensein fand unser Schützenbruder Robert Paul zufällig bei dem Schützenbruder Heinrich Martin, damals Kassenwart, und eine Zeitungsanzeige hinter einem Bild, woraus hervorging, dass der Schützenverein Konstantia 1890 eine Jahreshauptversammlung mit einer Faschingsfeier im Vereinslokal Decher (später Gries), durchgeführt hatte. Nun hatten wir stichhaltige Beweise, was erst nur immer vermutet wurde, dass das Gründungsjahr unseres Vereins in 1890 war und der Schützenverein somit ältester Verein in Stadtallendorf ist.
Der 1. Vorsitzende Erich Feldpausch ließ vom Ortsgericht das Dokument beglaubigen und beantragte beim Amtsgericht in Kirchhain, das Gründungsjahr von 1900 in 1890 zu ändern.
Von nun an führte der Verein den Namen Schützenverein Horrido e. V. 1890 Stadtallendorf. Nun waren wir auf einmal 10 Jahre älter und in 1965 stand das 75. Stiftungsfest vor der Tür, das wir natürlich feiern wollten.
Von einigen Vereinsmitgliedern wurde der Wunsch geäußert, zum 75 jährigen Stiftungsfest eine neue Fahne anzuschaffen. Aber guter Rat war teuer, denn dafür hatten wir kein Geld. Der 1. Vorsitzende Erich Feldpausch versprach, alles mögliche zu unternehmen, um das Geld für eine neue Fahne zu beschaffen.
Dank der guten beruflichen Verbindung zu allen Stadtallendorfer Firmen konnte des 1. Vorsitzende eines Tages dem Verein die freudige Nachricht übermitteln, dass das Geld für die Vereinsfahne, ca. 1.700,- DM zur Verfügung steht. Es wurden Mittel und Wege gefunden, wohin die Firmen das Geld überweisen konnten.
Es muss dabei gesagt werden, dass keine der angesprochenen Firmen uns leer ausgehen ließ. Vielen Dank nachträglich für alle Spender (Firma Möller stiftete die Automaten der Firma Johannsen).
Nun wurden auf einer Vorstandssitzung zusammen mit einigen Mitgliedern die angeforderten Muster für die Fahne begutachtet und besprochen. Danach wurde die Fahne bestellt. Liefertermin war kurz vor der Fahnenweihe.
An die Stadt wurde der Antrag gestellt, das Stadtwappen auf der Fahne zu führen. Diesem Antrag wurde entsprochen.
Für das 75 jährige Stiftungsfest mit Fahnenweihe wurden die Vorbereitungen getroffen und als Termin der 18.7. – 20.7.1965 festgelegt.
Am Freitag den 18.7.1965 begann unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Lang im Vereinslokal Ebeling um 20:00 Uhr das 75 jährige Stiftungsfest.
Eingeladen waren alle Stadtallendorfer Vereine, Abordnungen der Bundeswehr mit ihren Kommandeuren usw. Auch viele Nachbarvereine waren anwesend.
Mitwirkende: Männergesangverein Stadtallendorf, Jugendhorngruppe der Jägervereinigung und Bläserchor.
Die Festrede hielt der 1. Vorsitzende Erich Feldpausch. Alle Vereine und Abordnungen brachten ein Geburtstagsgeschenk mit und überbrachten Grüße. Am nächsten Tag fand eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal am alten Friedhof statt.
Mit Musik. Samstag Abend fand ein öffentlicher Tanz statt. Am Sonntag, den 20. Juli bewegte sich ein Festzug mit Blasmusik zum KK- Stand in der Hohle.
Außerdem fand ein Preisschießen statt, bei dem leider nicht alle Schützenvereine teilnahmen. Trotzdem war es ein schönes und gelungenes Fest.
Mitte der 60 er Jahre hatte der Verein seine Blütezeit. Es konnten jedes Jahr viele vordere Plätze innerhalb des Schützenkreises belegt werden. Die Geselligkeit innerhalb des Vereins war sehr gut. Es wurden viele Sommerfeste auf dem alten Schießstand gefeiert. Auch wurden einige Faschingsfeiern mit Rehessen usw. im Vereinslokal durchgeführt. Die guten Beziehungen zur Bundeswehr blieben bestehen. Jedes Jahr wurde ein Pokalschießen durchgeführt und zwar auf der Standortschießanlage mit anschließendem gemütlichem Beisammensein.
Geschossen wurde weiterhin mit Luftgewehr und Luftpistole im Vereinslokal Ebeling. Nachdem auf Kreisebene das Schießen auf weitere Disziplinen ausgeweitet wurde, war der Schießstand zu klein, wurde dann auf acht Stände erweitert. Davon drei Stände im Keller und weitere fünf Stände im Saal.
 
© Schützenverein
„Horrido“ 1890 e. V. Stadtallendorf
Zusammengestellt von Erich Feldpausch
Niedergeschrieben von Kirsten Ruckat
Bearbeitung und Druck: Peter Schick